Hydroxypathie – Aspekte einer grundlegenden Therapie zur Heilung von Erkrankungen

Hydroxypathie - Ein neuer Weg in der Praxis Naturheilkunde 03/2012

Hydroxypathie – Aspekte einer grundlegenden Therapie zur Heilung von Erkrankungen von Horst Jacob

Man stelle sich für einen Moment vor, das Entgiftungssystem unseres Körpers könne mit uns direkt in Zwiesprache treten. Nicht auszudenken, was es uns alles vorwerfen würde: Die Leber, die Niere, der Darm – wir würden uns vermutlich sehr schämen, was wir unserem Körper tagtäglich zumuten. In der Nahrung Konservierungsstoffe, E-Stoffe, tote, lichtlose Zellen, im Trinkwasser Pestizide, Herbizide, hormonaktive Substanzen, Medikamentenrückstände, Hormone, Schwermetalle, Bakterien – und im Alltag ein falsches Leistungsdenken, Stress, Mangel an Ruhe und Kontemplation, falsches Atmen, Sorgen, Nöte und Ängste. Die Liste könnte unendlich weiter geschrieben werden.

Allein mit dem Thema „Lärm und Krach im Alltag“ könnte man eine ganze Bibliothek füllen. Das ist nicht verwunderlich, denn heute versetzt uns Lärm immer noch in denselben Alarmzustand wie damals der Säbelzahntiger den Höhlenmenschen. Alarm wird nicht umsonst von dem Begriff „all‘ arme“, zu Deutsch: „zu den Waffen“, abgeleitet. Allein wir Menschen haben die Haltung, dass wir „dadurch müssen“ auf beeindruckende Art und Weise kultiviert und zur Lebensphilosophie erhoben. Schneller, höher, weiter… stetiger Wachstum wird zur Maxime. Doch unsere biologische Natur spricht eine völlig andere Sprache: der Körper wird krank, er kann gar nicht anders, er ist nicht geschaffen für ein Leben unter ständigem
Stress, wie es heutzutage verbreitet und üblich ist.

Unser Organismus kommuniziert tatsächlich ständig mit uns und teilt uns seine Bedürfnisse mit. Einige hören wir gerne: Hunger, Durst usw. Andere Äußerungen ignorieren wir. Wer achtet schon darauf, dass die verspannte HWS-Muskulatur auch eine Botschaft unseres Körpers oder unserer Psyche transportiert: ich brauche Ruhe, ich brauche Fürsorge, kümmere dich um mich, nimm dir Zeit für mich, entlaste mich usw. Dies sind die ständig ignorierten Botschaften. Entsprechend überrollen uns heute in einem nie gekannten Ausmaß so genannte Zivilisationskrankheiten; ein einzigartiger Vorgang in der Medizingeschichte der Menschheit.

Bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wies Ivan Illic, österreichischer Philosoph und Theologe, immer wieder darauf hin, dass in der industrialisierten Welt viel mehr Menschen an Krankheiten
wie Krebs sterben als im Mittelalter etwa an Cholera- oder Pestepidemien. Eine Umkehr und Abkehr vom derzeitigen Mainstream scheint unausweichlich. Und tatsächlich machen sich mehr und mehr Menschen auf den Weg. Viele von ihnen werden durch ihr körperliches Leid auf den Weg gebracht und erleben im Prozess des Weg-Suchens und -Findens die Wahrhaftigkeit der irischen Weisheit, dass man manchmal vom Weg abkommen muss, um nicht auf der Strecke zu bleiben.

Hydroxypathie – Ein neuer Weg

Im Folgenden soll auf eine Therapie aufmerksam gemacht werden, die gewissermaßen als Grundlagentherapie verstanden werden kann: die Hydroxypathie. Hierbei ist zunächst einmal nicht wichtig,
welche Erkrankung konkret vorliegt oder mit welcher Therapieform der Therapeut spezialisiert arbeitet. Hydroxypathie kann als eine grundlegende Therapie in der Naturheilkunde bezeichnet werden. Geprägt wurde der Terminus für eine neue Therapie, eine Prä-Therapie, von Ronald Fischer. Der Begriff ist aus den Worten Hydrogenium (Wasserstoff), Oxygenium (Sauerstoff), Hydroxid [OH]- und -pathie (Leiden, Krankheit) zusammengesetzt.

In der Hydroxypathie werden also Verbindungen von Wasserstoff-Ionen, Sauerstoff-Ionen und deren mögliche Hydroxid-Ionen eingesetzt bzw. initiiert, um den pH-Wert positiv zu beeinflussen. Dies geschieht durch eine Stärkung der Puffersysteme im Blut und in den Zellen sowie den Zellzwischenräumen. Hierbei werden durch ein Basenkonzentrat den Zellen negativ geladene Hydroxid-Ionen [OH]- zur Verfügung gestellt, die in den Zellen Verbindungen mit den H-Ionen herstellen: es entsteht so neutrales Wasser. Gleichzeitig ist die Zelle wieder negativ gepolt, Ionenkanäle in den Zellen können wieder positiv geladene Ionen wie etwa Magnesium aufnehmen. Gewissermaßen sind die Poren der Zelle wieder geöffnet und
Schlacken können heraustransportiert werden. Zellen, die negativ geladen sind, benötigen in der Regel übrigens keine Therapie, denn sie sind in den sozialen Verbund der sie umgebenden Zellen eingebettet
und nicht wie positiv geladene Zellen zur Kommunikation mit ihrer Umgebung unfähig. Ein positiv geladenes Magnesium-Ion etwa kann ein positiv geladenes Ionenkanälchen nicht passieren.

Gerade bei chronischen Erkrankungen ist es häufig von Nutzen, den Säure-Basen-Haushalt unter Berücksichtigung der notwendigen negativen Zellspannung, die die Arbeit der „Poren“ der Zelle steuert,
zu unterstützen. Die deutschen Medizinnobelpreisträger Erwin Neher und Bert Sakmann haben schon in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit ihrer sogenannten Patch-Clamp-Technik eine Messmethode zur Bestimmung der Ladung der Ionenkanälchen entwickelt und sind für ihre Entdeckungen um die Ionenkanäle verdient mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.

Hydroxypathie in der Praxis

Viele Organismen sind nicht mehr imstande, ehemals wirkungsvolle Therapien zu verwerten. Der Pischinger-Raum ist oft zu sehr „vermüllt“, als dass er noch in der Lage wäre, seine Aufgabe als Transportraum zufriedenstellend zu erfüllen. Die Hydroxypathie kann diese Therapiestarre beenden und die Grundregulation fördern. Unter sehr vielen erfolgreichen Behandlungen, die in der Praxis des Autoren durchgeführt wurden, sollen an dieser Stelle drei Fälle kurz dargestellt werden: Eine Patientin mit einer zwanzigjährigen Diabetes-Leidensgeschichte, bei der es nie gelang sie richtig einzustellen, atmete bereits nach 6-wöchigen Einnahme eines besonderen Basenkonzentrats (hier jenes der Firma SanaCare) erleichtert auf, weil es ihr deutlich besser ging, sie sich kräftiger fühlte und ihre morgendlichen Blutzuckerwerte von über 300 mg/dl auf 140 mg/ dl sanken. Ihre Puffersysteme im Blut waren anfangs einfach zu schwach. Ein anderer Patient mit einem Burnout-Syndrom konnte sich endlich wieder auf den Weg machen, sein Leben neuzugestalten, nachdem er eine 8-wöchige Kur mit Basenkonzentrat abgeschlossen hatte. Letztendlich konnte mit derselben Methode auch einem Sportler mit Asthma wieder zur Ausübung seines Leistungssports verholfen werden.

Hydroxypathie bei der Diagnosefindung

Beeindruckend ist in diesem Zusammenhang der Geschmack des Basenkonzentrates, der bei jedem Menschen ein anderer ist. Wie schon erwähnt, verbinden sich die Ionen des Basenkonzentrates mit den Ionen des Menschen z. B. im Speichel. Salze entstehen, die teilweise äußerst unangenehm schmecken; man schmeckt sich gewissermaßen selbst. Nach einigen Wochen verschwindet der Geschmack meist. In der Geschmackstabelle (Tab.1) kann man nachlesen, welche Organfunktionsschwächen dabei einem speziellen Geschmack zugeordnet werden. Eine Veränderung des Säure-Basen-Haushaltes kann so am Geschmack des Basenkonzentrats selbst festgestellt werden: Je intensiver der „ungewöhnliche“ Geschmack, umso schwächer ist die Grundregulation der Zellen.

Tab. 1: Geschmackstabelle
Geschmacksrichtung Hinweis auf Organe
neutral bis ganz leicht salzig Kein Hinweis
salzig bis stark salzig Bindegewebe und Muskulatur
bitter, metallisch Niere
Ammoniak, Lauge Niere, zu viel Harnsäure
fischig Leber
„faule Eier“, schwefelig Galle
süß Bauchspeicheldrüse
sauer, chlorig Magen, Schleimhäute, (Hinweis auf Salzsäure)
scharf und brennend Blutkreislauf, Herz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hydroxypathie in der Verbindung mit anderen Therapien

Eine empfehlenswerte 4-Wochen-Kur besteht in der Kombination von Solunat Nr. 9 der Firma Soluna (ehemals Lymphatik) und der Einnahme des Basenkonzentrats von SanaCare. Auf die stärkende Eigenschaft des Basenkonzentrats sind übrigens mittlerweile auch eine ganze Reihe deutscher Leistungssportler aufmerksam geworden. Ebenso wird die Hydroxypathie gerne mit Präparaten der Firma Phönix eingesetzt. Sie wirkt dann aktivierend auf die Gesamtsituation. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die grundlegende Säure-Basen-Regulation, wie sie hier beschrieben worden ist, als Türöffner für andere Therapien fungieren kann: So können homöopathische Ansätze besser funktionieren, phytotherapeutische Maßnahmen unterstützt und verstärkt werden und Massagen nachhaltiger wirken. Auch für den Einsatz als ergänzende Therapie bei Krebserkrankungen liegen gute Erfahrungen vor.

Wichtig ist und bleibt aber auch der Einsatz von Worten. Worte können heilen, Worte können kräftigen, Hoffnung transportieren und Liebe und Fürsorge zum Ausdruck bringen. Mittlerweile gibt es an einigen deutschen Universitäten sogar Fortbildungskurse für Ärzte, in denen diesen das Reden mit ihren Patienten wieder nahegebracht wird. Denn auch in der modernen Wissenschaft geht man davon aus, dass das gesprochene Wort einen großen Einfluss auf den Verlauf einer Erkrankung nehmen kann. Der ganzheitlich
orientierte Arzt oder Therapeut sollte diesen Aspekt stets berücksichtigen.

Ein Wort zum Abschluss
In der ganzheitlichen Behandlung von Menschen ist die vorgestellte Therapie ein wichtiger Baustein, der dazu beiträgt, dass Menschen sich wieder auf den Weg begeben können.

Autor:
Horst Jacob, Heilpraktiker
Spießgasse 5,
64665 Alsbach-Hähnlein
E-Mail: horst.jacob@vodafone.de
Literatur beim Verfasser

 

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